Schmerzlich
willkommen im Sado Kochstudio -
Heute möchte
ich sie mit einer alten chinesischen Henkersmahlzeit bekannt machen. Etwas für
den Liebhaber der schwarzen Küche:
Die Platte
der sieben Grausamkeiten.
In siedendes
Öl werfen wir zunächst eine bei lebendigem Leibe gehäutete Zwiebel. Unter
ständigem Stöhnen köpfen wir eine Handvoll unschuldiger Spargel, die wir mit
dem Blut handgewürgter Blutorangen getränkt haben. Nun reißen wir einer noch
jungfräulichen Banane die letzte Schale vom Leib und zerquetschen das noch
zuckende Fruchtfleisch. Wir lassen das Ganze schön langsam aufkochen und geben
dazu eine Handvoll ungeborener Erbsen, die wir erst unmittelbar zuvor der
Mutterschote entrissen haben, so dass sie noch schotenwarm sind.
Während wir
das Ganze nackt auf glühenden Kohlen schmoren lassen, vergreifen wir uns an den
Beilagen: Hinterrücks schlagen wir einen ahnungslosen Kohlkopf ein und
zerschneiden ihn auf den noch schlagenden Herzen gevierteilter Artischocken,
wobei wir auf keinen Fall vergessen sollten, reichlich Salz auf die noch
offenen Wunden zu reiben.
Wir fügen
einige gemeuchelte Morcheln bei - im Todesfalle dürfen es auch gemorchelte
Meucheln sein - hauen alles in die Pfanne, und lassen es zusammen mit den
letzten Überlebenden unseres Majoran-Massakers auf größter Flamme kurz
aufschreien. Wir schrecken es mit einer Messerspitze Curry zu Tode ab, ein
Schuss Soja dazu und ein Fässchen Essig für die letzte Ölung. Nachdem wir alles
mit unserem elektrischen Quäl nochmals gut durch gequält haben, nehmen wir noch
blutjunge Kartoffeln, denen wir natürlich zuvor die Augen ausstechen.
Und da ist
sie: Die Platte der sieben Grausamkeiten...
Ist sie nicht
stöhn?!
Otto Walkes