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Gegen Aids gibt es weder Impfungen noch ein Heilmittel. Aber es gibt einen einfachen und wirkungsvollen Schutz vor der Ansteckung: Kondome schützen! Wichtig ist zu wissen, wann Sie sich schützen müssen und wo keine Infektionsgefahr besteht.

Die Risiken:
Eine Ansteckung ist möglich, wenn Blut, Samen- oder Scheidenflüssigkeit in das Blutsystem gelangt. Dies passiert bei der gemeinsamen Verwendung von Spritzen, vor allem aber beim ungeschützten Sex.

Eine infizierte Mutter kann das Kind im Mutterleib, bei der Geburt oder beim Stillen anstecken. Die Gefahr durch Blutprodukte und Bluttransfusionen ist in Deutschland auf ein äusserst geringes Minimum reduziert.

Bei Reisen in andere Länder muss mit unterschiedlicher Qualität der medizinischen Versorgung gerechnet werden. Fragen Sie im Zweifelsfall nach der Verwendung desinfizierter Instrumente und dem ausschliesslichen Einsatz getesteter Blutprodukte!

In vielen Ländern ausserhalb Europas sind Aids und andere sexuell übertragbare Krankheiten erheblich stärker verbreitet als bei uns. Und Kondome gibt es dort manchmal nicht in der gewohnten Qualität. Nehmen Sie also genügend mit – und benutzen Sie sie bei sexuellen Kontakten mit neuen Partnern. Immer!

Kondome vertragen nur fettfreie Gleitmittel. Öle, Fette, Lotionen, Cremes und Vaseline beschädigen das Kondom. Und: Kondome sind hitzeempfindlich.

In verschiedenen Lebenssituationen bestehen ganz unterschiedlich grosse HIV-Risiken. Diese kleine Broschüre soll Ihnen die schnelle Übersicht erleichtern. Deshalb sind die Situationen, Gefahren und Ratschläge durch Farben gekennzeichnet:

Rot: Großes Risiko

Spritzen, Analverkehr, Vaginalverkehr, Schwangerschaft, Spielzeug

 

 

Gelb: Geringes Risiko

Oralverkehr, Mundverkehr

 

 

Grün: Kein Risiko

Küsse, Zungenküsse, Hautkontakt, Luft, Gemeinschaftsleben,  Essen, Geschirr, Schwimmbad, Sauna, Toiletten, Arzt, Friseur, Maniküre, Tätowieren, Piercing, Insektenstiche

Wichtig! Kondome und Gleitmittel
Beim Sex schützen Kondome vor Ansteckung. Wichtig: Verwenden Sie nur Qualitätskondome mit CE-Kennzeichnung und beachten Sie das Haltbarkeitsdatum. Und verwenden Sie, falls nötig, großzügig ein geeignetes Gleitmittel.

Latex-Kondome vertragen nur fettfreie Gleitmittel. Öle, Fette, Lotionen, Cremes oder Vaseline beschädigen das Kondom und können zum Zerreißen führen. Deshalb nur wasserlösliche Gleitmittel verwenden! Sie sind in Apotheken, Drogerien oder Sexshops erhältlich.

Gemeinsame Benutzung von Spritzen
Risiko sehr gross. Die Verwendung derselben Nadel und Spritze durch mehrere Personen birgt eine sehr grosse Gefahr.

Rat: Unbedingt vermeiden. Nadeln und Spritzen nie gemeinsam benutzen. Spritzbestecke sterilisieren.

Ungeschützter Analverkehr (Darmverkehr)
Risiko sehr groß. Bei ungeschütztem Analverkehr besteht für beide Partner ein Risiko. Für den passiven Partner ist es besonders hoch, gleich ob Mann oder Frau. Ein Risiko besteht auch ohne Samenerguss.

Rat: Unbedingt Kondome benutzen und genügend fettfreie Gleitmittel.

Ungeschützter Vaginalverkehr (Scheidenverkehr)
Risiko groß. Bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr mit Infizierten ist die Ansteckungsgefahr hoch.

Rat: Kondome benutzen.

Schwangerschaft bei einer HIV-infizierten Frau
Risiko für das Kind groß. Die infizierte werdende Mutter kann das Kind vor, während und nach der Geburt (beim Stillen) anstecken. Eine umfassende medizinische Betreuung kann das Risiko für das Kind jedoch sehr stark senken

Ein HIV-Test ist jeder Frau und ihrem Partner zu empfehlen, wenn sie ein Kind möchten und eine HIV-Infektion nicht auszuschließen ist.

Rat: Möglichst frühzeitige Beratung beim Arzt!

Umgang mit Spielzeug wie z.B. Peitschen, Rohrstock etc., dass mit wechselnden Partnern verwendet wird. Eine normale Reinigung reicht nicht aus!

Rat: Das gesammte Spielzeug sollte Desinfiziert werden. Falls keine Lösung zur Hand ist auf jeden Fall das Spielzeug abreiben mit hochprozentigem Alkohol (danach trocknen lassen, nicht abreiben!) ist notwendig.

Oralverkehr (Mundverkehr bei Mann oder Frau)
Risiko besteht. Durch Aufnahme von HIV-haltiger Samenflüssigkeit in den Mund ist eine Infektion möglich. Auch Scheidenflüssigkeit kann HIV enthalten.

Rat: Aufnahme von Samen- oder Scheidenflüssigkeit in den Mund vermeiden. Mundverkehr beim Mann nur mit Kondom.

Küsse, Zungenküsse
Kein Risiko bei Küssen. Bei Zungenküssen ist ein Risiko theoretisch nicht auszuschließen, aber weltweit in keinem Fall als Übertragungsweg nachgewiesen.

Körperkontakte, Hautkontakte
Kein Risiko bei Haut- und Körperkontakten wie Händeschütteln, Streicheln, Schmusen.

Familienleben, Gemeinschaftsleben
Kein Risiko. Niemand kann sich anstecken, auch wenn er mit einem Infizierten in einer Familie oder Wohngemeinschaft eng zusammenlebt.

Übertragung durch die Luft
Kein Risiko. Auch durch Anhusten oder Niesen kann man nicht mit HIV infiziert werden.

Essen und Restaurant
Kein Risiko

Der "AIDS-Test"

Begrifflich schon ein falscher Ausdruck. Getestet wird auf ein HIV-Infektion hin.
Heute geschieht das standardmässig mit dem Antikörper-Test, der Untersuchung also, ob der menschliche Körper Antikörper gegen die HIV-Viren gebildet hat.
Ein Test, bei dem direkt nach dem Virus gefahndet wird, wird dagegen heute noch nicht standardmässig angewendet.
Werden bei dem heutigen Routineverfahren Antikörper gefunden, lautet das Ergebnis des Tests "positiv", ansonsten "negativ".
"Negativ" sagt allerdings nur aus, dass zum Zeitpunkt der Blutentnahme keine Antikörper nachweisbar waren. Bei den meisten Menschen bilden sich diese aber auch erst zwei bis drei Monate nach der Ansteckung, so dass bei einem Test, der zu früh nach Ansteckung durchgeführt wird, trotz erfolgter Infektion anscheinend eine Nichtinfektion diagnostiziert wird.
Bei einem positiven Testergebnis können noch Jahre vergehen, bevor sich Anzeichen von AIDS zeigen, auch wenn es Menschen gibt, bei denen die Krankheit bald nach Ansteckung ausbricht.

Der Test ist letzlich kein Anzeichen dafür, dass Du Dich unbesorgt mit einem potentiellen Sexualpartner einlassen kannst.
Der Test kann zu früh durchgeführt worden sein oder seit dem Test kann Dein/e potentielle/r Spielgefährte/Spielgefährtin sich angesteckt haben.
Schützen musst Du Dich und andere, indem Du gefährliche Situationen erkennst und verantwortungsvoll damit umgehst.

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