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Die Geschichte der O. ist ein sadomasochistischer Roman der französischen Autorin Pauline Réage, einem Pseudonym von Anne Desclos (1907-1998), die auch unter dem Namen Dominique Aury schrieb.

Der 1954 veröffentlichte Roman ist eine weibliche Unterwerfungsfantasie über eine Pariser Modefotografin, die freiwillig und mit grosser Leidenschaft einen Ort aufsucht, an dem sie gefesselt, ausgepeitscht, maskiert und gelehrt wird, jederzeit verfügbar zu sein. Da die "O" keinem Zwang ausgesetzt ist (ausser einer sie verzehrenden Liebe) stellen sich Fragen der Freiwilligkeit sowie deren Grenzen. Zugleich stellt der Roman die Frage nach dem Verhältnis von Liebe und Unterwerfung (beziehungsweise Aufgabe des so genannten "eigenen" Willens) und nimmt für sich in Anspruch, sowohl eine sexuelle, als auch eine philosophische Studie zu sein. "O" tritt im letzten Kapitel maskiert auf, was auf die Tatsache hinweist, dass sie nicht nur ihr "Gesicht" verloren hat, sondern auch auf einen Teil ihrer Individualität verzichtet hat.
Ihr Leben als Modefotografin wird jedoch von ihrem "zweiten Leben" als Masochistin nur teilweise berührt und verändert.

Eine Sichtweise über den Roman ist, dass es sich um das völlige Objektsein einer Frau handelt. Ihr Name ist verkürzt auf den einen Buchstaben O. Es gab viele Spekulationen, was der Buchstabe bedeuten könne. Manche sagten, er stehe für das Wort objet (frz.: Objekt) oder orifice (frz.: Öffnung), er steht jedoch für den Namen Odile.

Der Ring der O

ist ein besonderer Fingerring, der seit den 1990er Jahren ein im deutschsprachigen Raum verbreitetes Schmuckstück und Erkennungszeichen für Anhänger des BDSM ist.

Jedoch hat der Ring nach der Beschreibung in dem Roman ein völlig anderes Aussehen als der Ring, der heute als "Ring der O" bekannt ist. Im Buch ist der Ring ähnlich geformt wie ein Siegelring und trägt " in Nielloarbeit ein goldenes Rad mit drei Speichen, die spiralenförmig gebogen waren, wie beim Sonnenrad der Kelten.". Dieses Rad wird auch Triskele, "Dreibein", genannt.

In der ersten Verfilmung des Romans wurde daraus jedoch ein Fingerring, an dem über eine kleine aufgesetzte Kugel ein kleiner Ring beweglich befestigt ist. Er ähnelt somit einer Miniatur-Ringschelle, wie sie in größerer Ausfertigung früher zum Anketten von Tieren oder Gefangenen verwendet wurden. Inspiriert von diesem Film wurden Fingerringe mit diesem Aussehen in deutschsprachigen BDSM-Kreisen schnell populär. Der erste Hersteller dieses Ringes war Jörg Hampel ("Eisen-Jörg"), der mit Jan Scheu gemeinsam das Design entworfen hat.

In manchen Kreisen ist üblich, dass Tops den Ring an der rechten Hand und Bottoms den Ring an der linken Hand tragen. In anderen ist es dagegen genau umgekehrt. Dies hat den Vorteil, dass bei Tops, die Rechtshänder sind, die Schlaghand ohne Ring ist. Aufgrund dieser unterschiedlichen Konvention kann man heute kaum von der Trageseite des Rings auf die bevorzugte BDSM-Rolle schließen. Switches tragen den Ring gelegentlich an einer Kette um den Hals.

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